Ihr Leben

Einen Menschen - zumal einen so vielschichtigen wie Regine Hildebrandt - umfassend darzustellen ist ein nahezu unmögliches Unterfangen. Einen kleinen Zugang bieten aber die Vita und viele Kleinigkeiten, die einen Menschen ausmachen. Wir haben versucht, an Hand kleiner „Splitter" die bunten Facetten von Regine Hildebrandt darzustellen. 

 
Flyer Regine-Hildebrandt-Preis

Regine-Hildebrandt-Preis 2004

Zur Verleihung des Regine-Hildebrandt-Preises 2004 erklärt der Sprecher des SPD-Parteivorstandes, Lars Kühn:

Im Willy-Brandt-Haus wurde heute der Regine-Hildebrandt-Preis verliehen. Er geht mit je 10.000 Euro an die „Strausberger Tafel“ der Arbeitslosen-Service-Einrichtung Strausberg in Brandenburg und an das „Netzwerk Sachsen – gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit e.V.“ in Dippoldiswalde/Sachsen.

Soziales Engagement und politische Gestaltung der sozialen Rahmenbedingungen waren der rote Faden im Leben von Regine Hildebrandt. Der nach ihr benannte Preis wird in diesem Jahr bereits zum dritten Mal vergeben. Er ist dem Andenken Regine Hildebrandts gewidmet und soll in erster Linie Personen oder gesellschaftliche Gruppen würdigen, die sich in ihrem Sinne in besonderem Maße für die Menschen in Ostdeutschland einsetzen.

In seiner Rede vor rund 500 Gästen würdigte SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter die Arbeit der ausgezeichneten Initiativen: „Beide Preisträger beweisen, dass eine aktive Bürgergesellschaft in unserem Land etwas bewegen kann. Beide sind dicht bei den Menschen. Beide helfen mit, unser Land lebenswerter und sozialer zu machen.“

Klaus Uwe Benneter würdigte die Arbeit der Strausberger Tafel, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sozial schwache Familien mit Lebensmitteln versorgen. „Menschen für Menschen – dieses Prinzip, das uns besonders wichtig ist, wird von den Helfern der Strausberger Tafel jeden Tag in die Tat umgesetzt. Sie helfen den Menschen, die gestrauchelt sind, beim Wiederaufstehen. Das ist wichtig, weil es zeigt, dass eine Gesellschaft zusammenhalten kann und gemeinsam ihre Probleme angeht“, unterstrich der SPD-Generalsekretär.

„Nazis dürfen in Deutschland keine Chance haben“, sagte Benneter mit Blick auf die Arbeit des zweiten Preisträgers. „Diesem Ziel haben sich auch die ehrenamtlichen Mitglieder des Netzwerks Sachsen – gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit verschrieben. Dieses Netzwerk leistet eine ganz wichtige Arbeit, wie uns nicht zuletzt die Ergebnisse der letzten Wahlen in Sachsen gezeigt haben“, betonte Benneter.

In seiner Rede erinnerte Klaus Uwe Benneter auch an Leben und Werk von Regine Hildebrandt. „ Die Lücke, die Regine hinterlassen hat, lässt sich nicht schließen. Aber wir können an sie erinnern und sie ehren. Und zwar, indem wir Initiativen auszeichnen, die sich politisch oder gesellschaftlich engagieren. Die sich dafür einsetzen, dass unser Land ein bisschen mehr so wird, wie Regine es sich immer gewünscht hat: lebendig, sozial gerecht und solidarisch“, sagte Benneter.

Informationen zu den Preisträgern:

„Strausberger Tafel“ der Arbeitslosen-Service-Einrichtung Strausberg/Brandenburg
Seit dem 1. September 2001 versorgt die Strausberger Tafel sozial schwache Familien mit steigender Tendenz. Per 30.6.2004 sind das 447 Haushalte mit insgesamt 1.008 Personen, davon 305 Kinder. Die Ausgabe der Lebensmittel erfolgt an vier Tagen in der Woche in Strausberg und am fünften Tag in Rüdersdorf. Zur Zeit unterstützen insgesamt 45 Sponsoren die Arbeit der „Strausberger Tafel“, darunter große Firmen wie Bahlsen, Aldi, Extra oder Plus, aber auch kleine örtliche Bäckereien und Fleischereien. Die Strausberger Tafel ist ein Projekt der Arbeitslosen-Service-Einrichtung (ASE) in Strausberg, die seit dem 1. August 2004 auch Hilfe und Unterstützung bei der Antragstellung zum Arbeitslosengeld II leistet.

„Netzwerk Sachsen – gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit e.V.“ in Dippoldiswalde/Sachsen
Das Netzwerk Sachsen – gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit e.V. klärt seit 2001 über Rechtsextremismus in Form von Seminaren und Konferenzen auf, es beteiligt sich an der Umsetzung kommunaler Konzepte zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und bietet der offenen Jugendszene Hilfe und Unterstützung für Aussteiger aus der rechtsextremen Szene an. Bis zum 5. Juli 2004 wurden 672 Seminare – vorzugsweise mit SchülerInnen und LehrerInnen – veranstaltet. Daran beteiligten sich 18.642 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Fünf Runde Tische gegen Rechtsextremismus in Bautzen, Görlitz, Meißen und Dresden für Vertreterinnen und Vertreter von Behörden wurden einberufen. 72 Aussteigergespräche, eine umfangreiche publizistische Arbeit und Theateraufführungen unterstützten das Bestreben, die Jugendlichen nicht den Rechtsextremen zu überlassen.