Ehrungen

Nicht nur Spuren sind von Regine Hildebrandt hinterlassen worden, sondern auch ihr eigenes Handeln hat sich für viele zum Nacheifern empfohlen. Alljährlich werden Initiativen, die im Sinne von Regine Hildebrandt wirken, geehrt. Wir dokumentieren diese Ehrungen an dieser Stelle.

Vita

Geboren am 26. April 1941 in Berlin. 1996 an Krebs erkrankt, erliegt sie ihrem Leiden am 26. November 2001 in Woltersdorf b. Berlin.

Seit 1966 verheiratet mit Jörg Hildebrandt. Drei Kinder: Frauke (*1969), Jan (*1971), Elske (*1974). Evangelisch. Frühzeitige Bindung an die Junge Gemeinde, als Ostberlinerin Ablehnung der Mitgliedschaft bei den Pionieren und der FDJ, 1959 Abitur an der Max-Planck-Oberschule Berlin-Mitte. Bis zur Zwangsumsiedlung im September 1961 wohnhaft an der Sektorengrenze Bernauer Straße, berüchtigter Schauplatz des Kalten Krieges. 1959 bis 1964 Biologie-Studium an der Berliner Humboldt-Universität, 1968 Promotion zum Dr. rer. nat., 1964 bis 1978 stellvertretende Abteilungsleiterin der Pharmakologischen Abteilung in der Arzneimittelforschung im Großbetrieb VEB Berlin-Chemie. 1978 bis 1990 Bereichsleiterin in der Zentralstelle für Diabetes und Stoffwechselkrankheiten in Berlin. Zahlreiche wissenschaftliche Fachveröffentlichungen. 1989 Engagement in der Bürgerbewegung „Demokratie Jetzt“. Unmittelbar nach Gründung im Oktober 1989 Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei der DDR (SDP), die sich später mit der SPD vereinigt. Als Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR am 12. April 1990 Vereidigung als Ministerin für Arbeit und Soziales in der Regierung de Maizière. Ende August 1990 Niederlegung dieses Amtes, nachdem die Koalition (CDU/DSU/SPD/FDP) an den Folgen der Auseinandersetzung um den Einigungsvertrag zerbricht.

Wahl in den SPD-Bundesvorstand. Oktober 1990 erfolgreiche Kandidatur für den Landtag im neugebildeten Land Brandenburg. Mit Entstehung einer Ampelkoalition aus SPD, FDP und Bündnis 90/Grüne am 22. November 1990 Berufung zur Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen des Landes Brandenburg; dieses Amt bekleidet sie auch in der zweiten Legislaturperiode (1994-1999), in der die SPD allein in der Regierungsverantwortung steht. Bei der Landtagswahl am 5. September 1999 verliert die SPD ihre absolute Mehrheit und geht eine Große Koalition mit der CDU ein. Regine Hildebrandt favorisiert eine Koalition mit der PDS und verlässt am 12. Oktober 1999 die Landesregierung. Weiterhin im SPD-Parteivorstand und Mitarbeit im Forum Ostdeutschland der Sozialdemokratie, rege Reise-, Publikations- und Vortragstätigkeit. Fünf Tage vor ihrem Tod wird sie beim SPD-Parteitag in Nürnberg, wie auch schon bei vorangegangenen Parteitagen, mit den meisten Stimmen in den Vorstand gewählt. Von 1961 bis 2001 Chorsängerin der Berliner Domkantorei. Hobbys: Botanik, Ornithologie, Geologie, Kunstgeschichte, Musik, Sport.

Ehrungen (in Auswahl): 1992 „Frau des Jahres 1991“ durch den Deutschen Staatsbürgerinnen-Verband / Wilhelm-Hoegner-Preis der bayerischen SPD / Marie-Juchacz-Plakette durch den Bundesvorstand der Arbeiterwohlfahrt. 1993 Gustav-Heinemann-Bürgerpreis / „Hildegard-Hamm-Brücher-Medaille für mutige Politik“ / „Kulturgroschen 1993“ durch den Deutschen Kulturrat. 1994 „Sozialistenhut“ durch den SPD-Kreisverband Lindau / 1997 „Krefelder Seidenweber 1996“ / „Goldene Henne“ durch MDR, Super-Illu und Super-TV / „Förderpreis der Solidarität“ in Bielefeld. 2000 Fritz-Bauer-Preis der Humanistischen Union. 2001 Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland / Stiftung des „Regine-Hildebrandt-Preises für Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut“ / 2002 Stiftung des „Regine-Hildebrandt-Preises der deutschen Sozialdemokratie“